|

Sind wir Sklaven des Fernsehens?

Unter dem Titel: „Einschalten ist leicht, abschalten oft viel schwerer“ habe ich einen kurzen Text für den Mediendienst Erwachsenenbildung publiziert.

Zum richtigen Zeitpunkt den Fernseher oder Computer einschalten machen die meisten aus Gewohnheit oder Interesse. Viel schwieriger ist das rechtzeitige Ausschalten von Fernsehen und Computer. Dazu bedarf es eines Impulses, einer echten Alternative. Das Abschalten ist deshalb auch so schwierig, weil es uns niemand abnimmt.

Wie können wir das lernen? Relativ einfach ist es, sich den Wecker oder die Uhr zu stellen und danach aufstehen und ausschalten. Das setzt Disziplin und Konsequenz voraus, für Eltern wie für Kinder.

Eltern haben eine Vorbildfunktion für Kinder. Schalten Sie nicht ab, werden es die Kinder auch nicht tun. Hilfreich sind sicher Alternativvorschläge zum Fernsehen, die für die Kinder interessant und abwechslungsreich sind. Allerdings können Sie nicht grundsätzlich Konflikte vermeiden. Die Medienwünsche von Kindern und Eltern sind und bleiben unterschiedlich. Sinnvoll im Sinne der Medienerziehung sind Gespräche über Umfang und Auswahl der Medien zwischen Eltern und Kindern.

Weil die Medienwünsche unterschiedlich sind, stehen Eltern vor einem Dilemma. Sie müssen zwischen den Wünschen der Kinder und ihren eigenen Vorstellungen und Erziehungszielen entscheiden.

Eine gute Möglichkeit den Wünschen von Eltern und Kindern gleichermaßen gerecht zu werden, stellt die „Programmwünsche Konferenz“ dar. Die Familienmitglieder setzen sich zusammen, blättern die Programmzeitschrift durch und kreuzen an, was sie gerne sehen möchten. Dann wird besprochen, ob nicht zu viele Sendungen ausgewählt wurden, und inwieweit sich die Wünsche der Einzelnen realisieren lassen.

Eine andere Form stellt das Medien–Zeitkonto dar. Die Familienmitglieder einigen sich auf einen Medienvertrag: Jedes Mitglied verfügt über ein bestimmtes tägliches, bzw. wöchentliches Zeitkonto. Dieses Konto kann je nach Interessen und Wünschen verbraucht werden.

So kann in einer Familienkonferenz auch mal ein medienfreier Tag oder Wochenende bestimmt werden, um abzuschalten.

Ähnliche Beiträge

  • Elternwissen Internet

    2006 habe ich den Text für die Reihe Elternwissen: INTERNET (Nr. 4) verfasst. Millionen Menschen nutzen täglich das Internet und es kommen täglich Tausende hinzu. Schüler nutzen das Internet, um Informationen für die Hausaufgaben zu finden. Eltern kaufen bei Ebay ein. Mädchen favorisieren den Chat mit anderen. Jungen finden im Internet die neuesten Onlinespiele… Das…

  • Ballerspiele verbieten?

    Seit Jahren wird heftig über das Verbot von Egoshootern (Ballerspiele) diskutiert. Üben die Kids womöglich das Töten am Computer? Immer wenn ein Jugendlicher ausrastet, kommt diese Frage hoch. 2008 hat der Kirchenbote in Osnabrück das Thema aufgegriffen, zu dem ich angefragt wurde. Wer sich näher mit dem Thema auseinandersetzen möchte, dem emfpehle ich mein Buch…

  • Katholisches Medienhandbuch

    Eigentlich kann ich solche Sprüche ja nicht hören: "Was lange währt, wird endlich gut"… Aber in diesem Fall würde ich mich wirklich über das Ergebnis freuen. Nach vielem Hin und Her, intensivem E-Mailverkehr und vielen Telefonaten sind wir nun fast auf der Ziellinie angekommen. Im Frühjahr 2013 erscheint erstmals das „Katholische Medienhandbuch“. Herausgeber ist Medienbischof…

  • Die Kirche und das Geld

    Dass die katholische Kirche in einer Krise steckt, ist nicht wirklich neu. Dass Ihr in Scharen die Gläubigen davonlaufen, sollte alle kirchlichen Verantwortungsträger nicht nur aufhorchen, sondern sehr nachdenklich werden lassen. Wir reden nicht von einigen Tausenden, sondern von fast 180.000 Katholiken, die 2014 aus der katholischen Kirche ausgetreten sind. Alle mögen Papst Franziskus, doch…

  • Katholisches Medienhandbuch erschienen

    Es hat lange gedauert, bis dieses Mammutprojekt abgeschlossen werden konnte. Nun ist das Katholische Medienhandbuch im Buchhandel zu erwerben. 2010 begann dieser Prozess. Ganz nach dem Motto: Was lang währt, wird endlich gut. Ende Mai 2013 war es dann soweit, das Werk wurde im Medienhaus in Bonn durch den Medienbischof Fürst der Öffentlichkeit vorgestellt. Zusammen…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert